Atemtest

Wir bieten funktionelle Atemtests auf verschiedene Unverträglichkeiten (Laktose, Fruktose, Sorbit) an, zudem kann eine Diagnostik auf eine Dünndarmfehlbesiedlung durchgeführt werden.

Ein einfaches Verfahren zur Abklärung von Verdauungsbeschwerden

Der H₂-Atemtest (Wasserstoff-Atemtest) ist ein bewährtes und schonendes Untersuchungsverfahren zur Abklärung von Nahrungsmittelunverträglichkeiten und bestimmten Störungen der Verdauung. Die Untersuchung ist nicht belastend, erfolgt ambulant und dauert in der Regel mehrere Stunden.

Wie funktioniert der H₂-Atemtest?

Bestimmte Zuckerstoffe, wie zum Beispiel Laktose (Milchzucker), Fruktose (Fruchtzucker) oder Sorbit, werden normalerweise im Dünndarm aufgenommen oder verdaut. Wenn dies nicht ausreichend gelingt, gelangen diese Stoffe in den Dickdarm. Dort werden sie von Darmbakterien abgebaut. Dabei entsteht unter anderem Wasserstoff (H₂), der über das Blut in die Lunge gelangt und anschließend abgeatmet wird.

Beim H₂-Atemtest trinken Sie eine definierte Menge der zu untersuchenden Substanz. Anschließend wird in regelmäßigen Abständen die Konzentration von Wasserstoff in der Atemluft gemessen. Ein Anstieg des Messwertes kann auf eine Störung der Verdauung oder Aufnahme des jeweiligen Stoffes hinweisen.

Wann wird ein H₂-Atemtest eingesetzt?

Der H₂-Atemtest wird häufig durchgeführt bei Verdacht auf:

  • Laktose-Intoleranz
  • Fruktose-Intoleranz
  • Sorbit-Intoleranz
  • Dünndarmfehlbesiedlung (SIBO)
  • unklaren Blähungen, Durchfall oder Bauchschmerzen

Die Untersuchung hilft dabei, die Ursache von Verdauungsbeschwerden gezielt zu erkennen und eine passende Behandlung einzuleiten.

Vorbereitung:

4 Wochen vor der Untersuchung

kein Abführen und keine Antibiose, kein MRT-Sellink

3 Tage vor einer Untersuchung

keine Medikamente einnehmen, die die Darmtätigkeit beschleunigen (Motilium, MCP, Paspertin, Immodium), keine PPI’s wie Pantoprazo, keine Probiotika

am Vortag der Untersuchung

  • keine blähenden Speisen wie Zwiebel, Knoblauch, Säfte, Hülsenfrüchte, Kohl sowie keine Milch und Milchprodukte zu sich nehmen
  • zu vermeiden sind: Kolenhydrate, Ballaststoffe, Früchte
  • ideal sind zum Beispiel kleine Fleischgerichte / Ei
  • letzte Mahlzeit bis spätestens 18 Uhr
  • Nüchternphase von mindestens 14 Stunden vor dem Test, auch kein Rauchen
  • mehr Infos: Information zum H2 – Atemtest Laktose/Fruktose/Sorbit/Glucose

Am Morgen der Untersuchung

  • Ihre regelmäßige Medikation können Sie mit etwas stillem Wasser einnehmen
  • kein Kaugummi kauen am Morgen der Untersuchung
  • klares warmes Wasser ohne Kohlensäure am Morgen ist erlaubt
  • Zähneputzen mit sehr wenig Zahnpasta am Morgen der Untersuchung
  • kein Kaffee

Ablauf der Untersuchung

Primär bestimmen wir den Nüchternwert von Wasserstoff (wird im menschlichen Körper nur durch die Darmbakterien gebildet) in Ihrer Ausatemluft, dann wird die jeweilige Testlösung getrunken, im Anschluss wird dann alle 15-30 Minuten über ca. 2 Stunden der Wasserstoffgehalt Ihrer ausgeatmeten Atemluft gemessen. Der Atemtest dauert ca. 1,5-3 Stunden (je nach Test).

Beispielhaft hier eine grafische Darstellung, die grüne Kurve bleibt flach, ohne Anstieg, hier entsteht kaum Wasserstoff, somit ergibt sich kein Anhalt für eine Unverträglichkeit. Anhand der roten Kurve kann ein deutlicher Anstieg des Wasserstoffanteils der Ausatemluft dokumentiert werden.

Die Testperson hatte auch klinische Beschwerden. Somit konnte eine entsprechende Diagnose einer Unverträglichkeit auf Nahrungsbestandteile diagnostiziert und mittels Ernährungsberatung behandelt werden.

Für wen sind die Atemtests geeignet?

Die Atemtests sind für Kinder ab einem Körpergewicht von 40 kg sowie für Erwachsene geeignet.

Was kann getestet werden?

  • Laktose­intoleranz Laktoseintoleranz ist eine Unverträglichkeit gegenüber Milchzucker (Laktose), die durch einen Mangel des Enzyms Laktase verursacht… mehr erfahren
  • Fruktose­intoleranz Fruktoseintoleranz ist eine Unverträglichkeit gegenüber Fruchtzucker (Fruktose), die durch eine gestörte Aufnahme im Dünndarm verursacht… mehr erfahren
  • Sorbit­intoleranz Sorbitintoleranz ist eine Unverträglichkeit gegenüber dem Zuckeralkohol Sorbit, die durch eine eingeschränkte Aufnahme im Dünndarm… mehr erfahren

Dünndarm­fehl­besiedlung – SIBO

leiden Sie an einer gestörten, verlagerten Darmflora?

Die Dünndarmfehlbesiedlung, auch SIBO genannt (englisch: Small Intestinal Bacterial Overgrowth), ist eine Erkrankung, bei der sich Bakterien atypisch im oberen Teil des Dünndarm ansiedeln. Das Darmmikrobiom (bestehend zum Großteil aus verschiedenen Bakterien) erfüllt im Dickdarm lebenswichtige Funktionen..

Kommt es jedoch zu einer Translokation/Verschiebung dieser Darmbakterien in den oberen Dünndarm, kann dies zu multiplen Verdauungsbeschwerden führen, jedoch auch chronische Müdigkeit, Vitaminmangelzustände oder Gewichtsverlust verursachen.

Eine Dünndarmfehlbesiedlung kann verschiedene Ursachen haben. Dazu gehören beispielsweise eine gestörte Darmbewegung, Veränderungen nach Operationen im Bauchraum (wie z.B. eine Magenoperation, Blinddarm – OP etc.), chronische Erkrankungen des Darms/Bauchspeicheldrüse sowie bestimmte Stoffwechselerkrankungen. Auch eine längerfristige Einnahme bestimmter Medikamente (hier vor allem Säureblocker und Antibiotika) kann eine Dünndarmfehlbesiedlung verursachen.

Welche Beschwerden können auftreten?

Die Symptome einer Dünndarmfehlbesiedlung sind oft unspezifisch und können anderen Verdauungsstörungen ähneln. Typische Beschwerden sind:

  • Blähungen und ausgeprägtes Völlegefühlv
  • Bauchschmerzen oder Bauchkrämpfe
  • Durchfall oder wechselnde Stuhlgewohnheiten
  • vermehrte Darmgeräusche
  • Müdigkeit oder Leistungsabfall
  • in manchen Fällen Gewichtsverlust oder Mangelerscheinungen
  • Ursache von Nahrungsmittelunverträglichkeiten wie zB. Lactoseintoleranz

Die Beschwerden treten häufig zeitnah nach dem Essen auf und können sich im Tagesverlauf verstärken.

Wie wird eine Dünndarmfehlbesiedlung festgestellt?

Zur Diagnosestellung wird in der Regel ein sogenannter H₂-Atemtest durchgeführt. Dabei trinken Sie eine Testlösung, die bestimmte Zuckerstoffe, das „Leibgericht“ vieler Bakterien enthält. Anschließend wird in bestimmten Zeitabständen die Konzentration von Wasserstoff in der Atemluft gemessen, noch wichtiger ist die Erfassung Ihrer Beschwerden, parallel zu den Messwerten. Im Anschluss der Untersuchung wertet ein Ernährungsmediziner Testergebnisse die gemeinsam mit Ihnen aus.

Was kann man bei einer Dünndarmfehlbesiedlung tun?

Die Behandlung richtet sich nach der Ursache der Erkrankung. Häufig kommen spezielle Medikamente zum Einsatz, die die übermäßige Bakterienbesiedlung im Dünndarm reduzieren. Zusätzlich kann eine vorübergehende Anpassung der Ernährung sinnvoll sein.

Auch pflanzlische Methoden können versucht werden.

Wichtig ist auch die Behandlung möglicher Grunderkrankungen, um ein erneutes Auftreten der Beschwerden zu vermeiden.

Bei anhaltenden Verdauungsbeschwerden beraten wir Sie gerne individuell und klären gemeinsam, ob eine Dünndarmfehlbesiedlung als Ursache infrage kommt.

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